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Silhouette Bad Wimpfen

VfB Bad Mergentheim - SG Bad Wimpfen I

Ja, es fehlten vier wichtige Leistungsträger. Das rechtfertigt aber nicht das Auftreten der verbliebenen Protagonisten. Über 90 Minuten zeigten alle eine passive, träge, körperlich und geistig zu langsame Performance ohne Emotionen. Schon nach drei Minuten, beim ersten Gegentreffer, zeigte sich, was die nächsten eineinhalb Stunden passiert: Die SG kuckte erfolgreich zu wie sich der VfB in aller Ruhe ohne Bedrängnis an unsere Strafraumkante kombinierte und auch der Torschütze selbst zentral aus 17 Metern flach ins Tor schießen konnte. Dass die Bad Mergentheimer auch keine Übermannschaft waren, zeigte sich aber auch regelmäßig. So gesehen unter anderem in der 5. Minute. Marc Häffele flankte aus dem Halbfeld auf den Kopf einer VfBlers, dessen Abwehr völlig misslang und Manuel Bartruff acht Meter vor der Bude in aussichtsreiche Position brachte. Völlig überhastet schoss er den Ball aber aus der Drehung deutlich über das Tor. Auch die nächste Chance gehörte der SG. Alper Cöleri schickte Manuel, der bereits im Strafraum war und in die Mitte flankte. Der Kopfball von Maurice Gysinn ging aber auch weit über das Ziel. Nach einer knappen Stunde musste dann Chrisovalantis Lazaridis einen Schuss aus acht Metern parieren, um den zweiten Gegentreffer zu vermeiden. Lediglich drei Minuten später fiel der dann aber doch. Der VfB-Angriff wurde erst über unsere rechte Seite vorgetragen. Hier kam die SG schon nicht zum Zugriff. Die Flanke war dann eigentlich viel zu lang, aber ein anderer VfBler kam dort an den Ball. Wieder kuckte die SG zu, wie dieser in aller Seelenruhe in den Fünfer flankte, wo die SG wieder nicht entscheidend an den Ball kam. Letztlich bedankte sich ein dritter VfBler und drückte den Ball über die Linie. Das Spiel der Gäste gewann dadurch natürlich nicht an Sicherheit und die Fehlpässe wurden tatsächlich noch mehr und teilweise noch abenteuerlicher. Ich bin mir sicher, dass der Ballführende immer einen Plan hatte, zu erkennen war der sehr oft aber nicht – und auch die Optionen, die der Ballführende jeweils hatte, waren überschaubar. Das Spiel der SG war viel zu statisch, es wurde seitens der Mitspieler kaum Angebote gemacht, man hatte das Gefühl, dass garkeiner den Ball überhaupt wollte. Ein Schuss von Marc Häffele in der 41. Minute aus 17 Metern, den der Torhüter über die Latte lenken konnte, war im Grunde die sehenswerteste Offensivaktion. Aber schon im Gegenzug musste Chrisovalantis im Eins gegen Eins siegreich bleiben, um gar den dritten Gegentreffer zu vermeiden. Die zweite Hälfte begann etwas vielversprechender. Die ersten Minuten war man aktiver und kam so man das eine oder andere Mal in den Gefahrenbereich der Gastgeber. In der 55. Minute schoss Finn Schuischel aus 15 Metern aufs Tor, schoss dabei aber den direkt vor ihm stehenden Gegenspieler ab. Der Schiedsrichter entschied auf Handelfmeter. Ob es tatsächlich Hand war, konnte ich aus der Entfernung nicht sehen. Ob es aber tatsächlich ein strafbares Handspiel war, wage ich bei meiner Kenntnis der Regularien zu bezweifeln. Vielleicht war es eine Konzessionsentscheidung, da wenige Momente zuvor der VfB-Spieler nach einer klaren Tätlichkeit direkt vor den Augen des Schiedsrichters nur die gelbe Karte sah, vielleicht verstehe ich aber auch einfach diese Handregel nicht. Wie auch immer, den Strafstoß verwandelte Maurice Gysinn sicher. Wer aber dachte, dieser Treffer gibt der SG etwas Sicherheit, sah sich leider getäuscht. Zwei bis drei Szenen im Anschluss überstanden wir nur mit vereinten Kräften und mehreren Portionen Glück. In der 75. Minute hatte dann Chrisovalantis am eigenen Strafraum den Ball am Fuß und schlug diesen weit in die zentrale Spitze. Collin Zwickl kämpfte mit seinem Gegenspieler um den Ball und irgendwie kam dieser dann zu Ben Straub. Ben umkurvte knapp außerhalb des Fünfers den Torhüter und glich aus. Irgendwie erschreckend, aber auch symptomatisch für diesen Auftritt an diesem Tag war die Reaktion darauf. Man hatte einen Zwei-Tore-Rückstand ausgeglichen und hatte jetzt die Möglichkeit, das Spiel komplett zu drehen. Die Mannschaft ging aber zu Ben hin, klatschte ab und irgendwie hatte man das Gefühl, Ben hätte ein Tor im Training geschossen oder sich erfolgreich die Schuhe gebunden. Keine Emotionen, kein sichtbares „Jetzt-erst recht“, kein Aufmuntern, keine Energie – und dementsprechend war die vermeintliche Freude auch nur von kurzer Dauer. VfB-Angriff über unsere linke Seite. Der Flügelstürmer setzte sich relativ einfach durch und flankte vor unseren Fünfmeterraum. Dort stand kein Bad Mergentheimer weit und breit – aber Paul Schöbel, der den Ball in die eigenen Maschen trommelte. Natürlich muss man hier Paul einen Vorwurf machen, genauso aber auch dem Rest der sich in der Nähe aufhaltenden SGlern. Kein Mensch rief Paul zu, dass er Zeit hat, kein Mensch ließ Paul wissen, dass er eigentlich garnicht an den Ball hätte müssen, sondern ihn einfach hätte laufen lassen können. Kommunikation Null! Das 4:2 kurz vor Ende war dann wieder typisch für diesen Tag. Bei einem Eckball konnte ein VfB-Spieler den Ball weit im Strafraum in Ruhe annehmen, schauen, zielen, schießen, treffen, jubeln. Dieser Bericht mag jetzt sehr negativ klingen. Wahrscheinlich zu Recht. Es war ein schwacher Auftritt. Das Schlimme daran ist aber die Enttäuschung, weil ich ja weiß, dass sie es besser, viel besser können der Gegner mit Sicherheit geschlagen werden hätte können – ob da jetzt x Leistungsträger fehlten oder nicht.
  • Torfolge:
    1:0 (3. Min.), 2:0 (16. Min.), 1:2 Gysinn (55. Min./HE), 2:2 Straub (75. Min.), 3:2 (77. Min./ET), 4:2 (86. Min.)
  • Ereignisse:
  • Aufstellung:
    Lazaridis, J. Zwickl (79. Min. Weiß), Bartruff (65. Min. C. Zwickl), Straub, Gysinn (73. Min. Dispenzieri), Cöleri, Luft, F. Schuischel, Genc (35. Min. Della Rocca), Arnold (46. Schöbel), Häffele
  • Trainer:
    Christopher Luft, Oguzhan Öztürk
  • Zuschauer:

4:2

(2:0)

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